Chronik

Das AWO Kulturhaus Babelsberg befindet sich in dem ehemaligen Rathaus Babelsberg. Der heutige Ortsteil von Potsdam war bis 1939 eine selbständige Stadt und trug bis 1938 den Namen Nowawes.

Die Chronik des Hauses im Überblick:

März 1898
Die Gemeindevertretung Nowawes beschließt den Kauf des Grundstücks Priesterstraße / Ecke Lindenstraße (Gasthaus Göhlsdorf) für den Bau eines neuen Gemeindehauses

August / September 1898
Der Potsdamer Architekt J. Otto Kerwien erhält den Bauauftrag. Beginn der Erdarbeiten

Dezember 1898
Feierliche Grundsteinlegung, wobei eine Urkunde mit der Geschichte der Weberkolonie Nowawes versenkt wurde

Januar 1900
Offizielle Einweihung des Amts- und Gemeindehauses

April 1907
Vereinigung der Gemeinden Nowawes und Neuendorf unter dem Namen Nowawes

Januar 1910
Umzug der letzten Amtsstuben aus dem alten Neuendorfer in das neue Nowaweser Rathaus

1919 bis 1923
Krisenzeit, geprägt durch sehr viele Arbeitslose auch im städtischen Dienst, Einrichtung einer Kinder- und Säuglingsstation in den Kellerräumen, wo auch die Stadtdruckerei untergebracht war

Dezember 1924
Der Landgemeinde Nowawes wird die Annahme der Städteordnung gestattet, was gleichbedeutend damit war, dass dem Ort das Stadtrecht zuerkannt wurde

April 1938
Eingemeindung von Neu-Babelsberg und Umbenennung der Stadt in Babelsberg. Der Ort hat mittlerweile 35.000 Einwohner

April 1939
Eingemeindung von Babelsberg nach Potsdam. Das Rathaus verlor damit seine Funktion als Verwaltungssitz

1939 bis 1945
Verwendung von Teilen des Hauses als Reservelazarett. Im Ratssaal befand sich eine Ausleihstelle der städtischen Bibliothek, im ersten Geschoß war eine Filiale der Sparkasse untergebracht

50er Jahre
Das Standesamt, eine Zweigstelle des Hygiene- und Gesundheitsamtes sowie eine Bibliothekszweigstelle befinden sich weiterhin im Haus

August 1956
Das Haus wird nach einem Beschluss des Rates der Stadt zum Klubhaus umgestaltet

seit den 60er Jahren
Das Klubhaus (ehem. Rathaus, heute AWO Kulturhaus Babelsberg) entwickelt sich zu einem kulturellen Zentrum in Potsdam


Mai 1974
Verleihung des Namens "Herbert Ritter". Die Bemühungen um den Namen "Bertolt Brecht" hatten keinen Erfolg gehabt, da die Brecht-Erben nicht ihre Zustimmung gaben.

1989 / 90
Wende in der DDR / deutsche Vereinigung. Zusammenbruch der bisherigen kulturellen Strukturen

ab Anfang / Mitte der 90er Jahre
Neuaufbau des Hauses als Stadtteil-, Kultur- und Bürgerzentrum. Umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten im Außen- und Innenbereich des Hauses

ab Sommer 2005
Die AWO (Bezirksverband Potsdam e.V.) übernimmt die Trägerschaft des Kulturhauses.

September 2006
50 Jahrfeier Kulturhaus Babelsberg mit umfangreichem Bühnenprogramm im Hof

April 2010 bis Januar 2011
Sanierung des AWO Kulturhaus Babelsberg: Brandschutzertüchtigung, Barrierefreiheit, Anbau eines Fahrstuhl, Erneuerung des Hofes / Parkplatzes, Erneuerung der technischen Anlagen, denkmalschutzorientierte Restaurierung der Treppenhäuser und Flure, Fenster, Türen und Fußböden, Erneuerung der sanitären Anlagen und Installierung von behindertengerechten Toiletten

Februar 2011
Festliche Wiedereröffnung des AWO Kulturhaus Babelsberg mit Kultur- und Aktionsprogramm im Haus

September 2015
Organisation und Umsetzung des  "bewegend anders" Festivals, dem 1. Potsdamer Kunstfestival für Menschen mit und ohne Behinderung in Kooperation mit dem Waschhaus e.V. und vielen Kooperationspartnern, gefördert durch Aktion Mensch, Veranstalter: AWO Bezirksverband Potsdam e.V.

Juni 2016
Jubiläum "60 Jahre Kulturhaus Babelsberg" mit umfangreichem Tanzfest im Hof und einer Sonderausstellung der letzten 6 Jahrzehnte.

Ausstellung zum Jubiläum „60 Jahre Kulturhaus Babelsberg“
Ab 24. Juni, zeitgleich zum 2. Tanzfest, eröffnet das AWO Kulturhaus Babelsberg eine Ausstellung der letzten 6 Dekaden, anlässlich des 60. jährigen Haus-Jubiläums. Gebaut wurde das Gebäude 1899, ursprünglich unter dem Namen der damaligen Gemeinde Rathaus Nowawes. Mit der Umbenennung von Nowawes in die Stadt Babelsberg 1938 bekam das Gebäude den Namen „Rathaus Babelsberg“. Nur ein Jahr danach, 1939, erfolgte die Eingemeindung von Babelsberg nach Potsdam. Damit verlor das Gebäude seine administrative Funktion als Rathaus. In den Kriegsjahren bis 1956 wurde es für sämtliche Zwecke genutzt, u.a. als Reservelazarett, Schwesternwohnheim und Kindersäuglingsstation. Mit der DDR-Kulturstruktur folgte die Gründung des Kreiskulturhauses als Kulturzentrum und Klubhaus. Mit den beschaulichen Eindrücken der fünfziger und sechziger Jahre startet das Bildensemble der Ausstellung im unteren Haupteingangsbereich. Handarbeiten, wie Basteln, Stricken, Weben, Nähen sollten u.a. die Weihnachtszeit bereichern. Puppenspiel, Schachspielen, Blasorchesterkapelle, folkloristische Tänze und Schießen mit dem Luftgewehr gehörten zu weiteren Attraktionen dieser Zeit. Die Puddingbar versorgte zahlreiche kleine Gäste mit Süßigkeiten. Die siebziger und achtziger Jahre geben dem kulturellen Leben im Haus Auftrieb. Faschingsveranstaltungen, Modenschauen und verschiedene Kurse (u.a. Modelleisenbahn, Fotografie) sowie zahlreiche Ausstellungen, Aufführungen und Feste im Sinne des sozialistischen Systems waren Bestandteil des Programms im damalig benannten Kulturhaus „Herbert Ritter“. Diese Dekaden werden im Haupttreppenhaus ineinander übergehen. Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt in der Wendezeit, die den Neuaufbau des Hauses als Stadtteil, Kultur- und Bürgerzentrums erforderte. Mit seiner 60jährigen Geschichte hat das Haus eine wechselhafte Zeit durchlebt und bis zum heutigen Tag findet das Haus immer wieder Möglichkeiten, den Bürger und die Nachbarschaft mit seinen Angeboten zu überraschen.

Die Ausstellung wurde durch die Firma Mail Boxes Etc. 0212, Inhaber Hendrik Tietze, in Kooperation mit dem Kulturhaus geplant, teilgesponsert und umgesetzt.